Nach diesem Playbook weißt du für jede deiner Markenfarben, ob sie als Balken- oder Linienfarbe taugt, an welcher der vier gemessenen Prüfungen sie scheitert und mit welchem Wert du sie ersetzt. Ohne Design-Vorwissen, ohne Programmieren.

Voraussetzung: Claude Code ab v2.1.210 (15.07.2026) — dort wurde die Farbprüfung der mitgelieferten dataviz-Skill auf perceptual OKLab umgestellt. Ab v2.1.216 (20.07.2026) läuft die neu sortierte Standardpalette mit.

Was du brauchst: deine Markenfarben als Hex-Werte und die Hintergrundfarbe, auf der deine Diagramme liegen (weiß, Creme, Dunkelgrau — nachsehen, nicht raten).

Schritt 1 — Die Prüfung starten (2 Minuten)

Kopiere das, ersetze die eckigen Klammern, gib es Claude:

/dataviz

Prüf bitte diese Palette mit dem mitgelieferten Validator, nicht per Augenmaß:
Farben: [#hex1,#hex2,#hex3,#hex4,#hex5]
Hintergrund hell: [#hexhell]
Hintergrund dunkel: [#hexdunkel]

Lauf den Validator zweimal, einmal je Modus. Gib mir die vollständige
Ausgabe unverändert zurück, danach eine Zeile je FAIL: welche Farbe,
welcher Messwert, welche Schwelle.

Gut ist das Ergebnis, wenn du fünf Zeilen mit PASS/WARN/FAIL siehst und bei jedem FAIL den konkreten Zahlenwert daneben. Kommt eine Einschätzung ohne Zahlen zurück, antworte: „Führ das Skript wirklich aus und zeig mir die Ausgabe."

Fertig, wenn du sagen kannst: „Von meinen [n] Farben fallen [m] durch, an [Prüfung]."

Schritt 2 — Die vier gemessenen Prüfungen lesen

Prüfung Schwelle Was ein FAIL heißt Wie oft es Markenfarben trifft
Helligkeitsband OKLCH L 0,43–0,77 (hell) · 0,48–0,67 (dunkel) Zu hell oder zu dunkel für eine Fläche auf diesem Grund Sehr oft. Die erste Hürde
Sättigungsuntergrenze OKLCH C ≥ 0,10 Die Farbe „reads as gray" und trägt keine Identität mehr Oft beim Reparieren. Die zweite Hürde
Farbfehlsichtigkeit ΔE ≥ 8, Untergrenze 6 (Protanopie/Deuteranopie) plus Normalsicht ΔE ≥ 15 Zwei benachbarte Serien sind nicht unterscheidbar Selten bei 3–5 Farbfamilien. Läuft meist nebenbei durch
Kontrast zum Hintergrund ≥ 3:1 WARN, kein Durchfaller — verlangt sichtbare Beschriftungen oder eine Tabellenansicht Fast immer bei hellen Tönen. Kein Grund zur Panik

Merksatz für die Ablage: Die ersten beiden entscheiden, die dritte kommt geschenkt, die vierte ist eine Auflage.

Schritt 3 — Reparieren, in dieser Reihenfolge

Immer nur einen Wert pro Runde ändern, dann neu prüfen. Aufhellen und Abdunkeln schieben eine Farbe über die jeweils andere Grenze — das ist die häufigste Schleife.

Befund Was du tust Was dabei kaputtgehen kann
L über 0,77 (zu hell) Denselben Farbton abdunkeln, in kleinen Schritten Sättigung fällt unter 0,10 → nächste Zeile
L unter 0,43 (zu dunkel) Aufhellen, kleine Schritte Kontrast-WARN kommt zurück (akzeptabel)
C unter 0,10 (liest grau) Sättigung anheben, Helligkeit festhalten L wandert mit — nach jedem Schritt prüfen
ΔE unter 8 bei zwei Nachbarn Eine der beiden Farben auf eine andere Stufe setzen — nicht beide Reihenfolge tauschen hilft nur bei benachbarten Paaren
ΔE unter 15 bei Normalsicht Harte Grenze. Beschriftungen oder Muster helfen hier NICHT —
Kontrast-WARN Nichts an der Farbe. Beschriftungen direkt an die Marke oder Tabellenansicht dazu —

Regel für den Notfall: Wenn zwei Runden nichts bringen, nimm für diese eine Serie den nächstgelegenen Ton aus einer dokumentierten Palette und behalte deine Markenfarbe für Überschriften, Rahmen und Flächen. Eine Diagrammfarbe und eine Markenfarbe machen unterschiedliche Jobs.

Schritt 4 — Der Fall, der die meisten Paletten kippt

Die Standardprüfung vergleicht nur benachbarte Farben — das reicht für Balken, Linien und gestapelte Flächen, weil sich dort nur Nachbarn berühren.

Bei Streudiagrammen, Blasendiagrammen, Landkarten und Kleinserien kann jede Farbe neben jeder liegen. Dafür brauchst du die harte Prüfung:

Prüf dieselbe Palette noch einmal mit allen Paaren statt nur den
benachbarten (--pairs all). Wenn Paare durchfallen: sag mir, wie viele
Serien maximal durchgehen.

Gut ist das Ergebnis, wenn dir eine Zahl genannt wird. Erwarte eine kleine — drei Serien sind für diese Diagrammarten oft die Obergrenze. Die Antwort darauf ist nicht eine neue Palette, sondern weniger Serien: Kleinvieh zu „Sonstige" zusammenfassen oder in mehrere kleine Diagramme aufteilen.